Nimmt der Klimawandel weiter Fahrt auf?

Diese Frage kann man sich stellen, wenn man sich die Entwicklung der Emissionen von Kohlenstoffdioxid im Land Bremen ansieht. Für das Berichtsjahr 2022 liegen die Emissionen noch etwa 1 Million Tonnen über dem Ziel für 2023. Diese Ziel wurde im Abschlussbericht der Enquetekommission 2021 formuliert (siehe Diagramm). In den 32 Jahren von 1990 bis 2022 wurden die Emissionen um etwa 3,1 Millionen Tonnen gesenkt – im Mittel also um knapp 100 Tausend Tonnen pro Jahr. In den verbleibenden 6 Jahren bis 2030 ist noch eine Gesamtreduktion um etwa 5 Millionen Tonnen erforderlich – das sind pro Jahr etwa 800 Tausend Tonnen. Wie soll das erreicht werden?

CO2 Emissionen in Bremen aus dem Primärenergieverbrauch 1990 und 2012 bis 2022, getrennt nach Sektoren; Sektorziele 2030 (Quelle: Senatsvorlage zur Senatssitzung am 27. August 2024, TOP10); Minderungsziele (Quelle: Abschlussbericht der Enquetekommission Klimaschutzstrategie für das Land Bremen, Dezember 2021)

Dazu heißt es in der Senatsvorlage vom 27. August 2024: „Die Reduzierung der Emissionen in den Sektoren „Sonstiger Bergbau, Gewinnung von Steinen und Erden, Verarbeitendes Gewerbe“ gegenüber dem Vorjahr (273000 Tonnen CO2 gegenüber 2021) und „Haushalte, Gewerbe, Handel und Dienstleistungen“ (133000 Tonnen CO2 gegenüber 2021) basieren u. a. vermutlich auf der milderen Witterung im Vergleich zum Vorjahr, Energieeinsparungen im Rahmen der durch den Angriffskrieg auf die Ukraine bedingten Gasmangellage sowie der kontinuierlichen Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen (z.B. energetische Gebäudesanierung, Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen).
Die erzielten Emissionsminderungen in den oben genannten Sektoren werden von den Zunahmen in den Sektoren „Umwandlungsbereich zusammen“ (329000 Tonnen CO2 gegenüber 2021) und „Verkehr“ (56000 Tonnen CO2 gegenüber 2021) bilanziell aufgehoben. Im „Umwandlungsbereich zusammen“ wurde aufgrund der Gasmangellage in den Wärme- und Heizkraftwerken der allgemeinen Versorgung deutlich mehr Kohle als im Vorjahr eingesetzt. Nach dem Pandemie bedingten Rückgang im Mobilitätsverhalten ist die Zahl der am Verkehr Teilnehmenden in 2022 insgesamt wieder deutlich angestiegen. So haben die Emissionen im Straßen- und Flugverkehr im Vergleich zu 2021 zugenommen.
Im vorliegenden Bericht werden die zentralen Ergebnisse dargestellt und analysiert. In Abschnitt 8 nimmt der Senat gemäß § 5 Abs. 5 BremKEG Stellung zu den Ergebnissen und zur Erreichbarkeit des CO2-Minderungsziels für das Jahr 2030.
Der Senat geht weiterhin davon aus, dass durch die konsequente Umsetzung der Klimaschutzstrategie 2038 der Freien Hansestadt Bremen und insbesondere durch den Ausstieg aus der Kohle sowie die Transformation der Bremer Stahlwerke, die konsequente Umsetzung der Wärmewende, die energetische Sanierung der öffentlichen Gebäude und die eingeleitete Verkehrswende das CO2-Minderungsgesamtziel von mindestens 60% bis 2030 eingehalten werden kann.„
[weiterlesen … TOP10]