Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) haben 1988 eine Institution ins Leben gerufen, die für politische Entscheidungsträger den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel zusammenfassen soll. Der Name dieser Institution ist Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), hier in Deutschland oft Weltklimarat genannt. Die Arbeit des Weltklimarates soll den Politikern wissenschaftlich fundierte Grundlagen für Entscheidungen bieten. Die Ergebnisse des Weltklimarates werden in regelmäßigen Berichten (Reports) veröffentlicht. In den vergangenen beiden Jahren ist der letzte große Bericht (Assessment Report (AR6)) entstanden,
Wenn die Menge der Treibhausgase in der Atmosphäre kennt, kann man man die zu erwartende Erwärmung berechnen. Im zusammenfassenden Teil des letzten Berichtes (AR 6 Synthesis Report – Climate Change 2023) wurde die aktuelle Situation (2023) beschrieben und bewertet. Für politische Entscheidungsträger gibt es eine besonders kurze und prägnante Zusammenfassung der Ergebnisse auf nur 42 Seiten. Auf Seite 22 dieser Zusammenfassung ist zu sehen, was nach dem heutigen Stand der Wissenschaft auf uns zu kommt. Wir haben dies im Folgenden kurz dargestellt.
Bei der Berechnung führt man eine große Zahl von Simulationsrechnungen mit unterschiedlichen, möglichen Parametern durch. Die Ergebnisse sind für jeden Pfad (durchgezogene Linien) über einen gewissen Bereich verteilt, der im Bild farblich hinterlegt ist. Die Linien zeigen den wahrscheinlichsten Verlauf. Man sieht an dem deutlichen Unterschied zwischen der grünen bzw. blauen Linie und der roten Linie, dass die umgesetzten Maßnahmen auf keinen Fall ausreichen, um die gesetzlich vorgegebenen Klimaziele einzuhalten. Einbezogen wurden hier auch die übrigen Treibhausgase. Dies geschieht durch CO2 Äquivalente, die den Treibhauseffekt von z. B. Methan in denjenigen von CO2 umrechnen. Mit den bisher umgesetzten Maßnahmen würden wir eine Erwärmung von 2,7 °C erwarten. Der mögliche Bereich (Bandbreite), in dem 90 % aller Berechnungsergebnisse liegen, erstreckt sich von 2,2 bis 3,5 °C bis 2100.

Der grüne und der blaue Verlauf zeigen: Wenn das 1,5 °C bzw. 2,0 °C Ziel noch erreicht werden soll, muss ab sofort in allen Bereichen massiv und umfassend Treibhausgas eingespart werden. Die von den beteiligten Nationen festgelegten Beiträge für 2030 sind in das Bild eingetragen und liegen an der oberen Grenze des grünen Bereiches. Das bedeutet, dass die geplanten Maßnahmen nicht ausreichen, um das 2°C Ziel zu erreichen. Die Berechnungen zeigen aber auch, dass wir noch etwas tun können. Die blaue und die grüne Linie geben uns die Minderungspfade vor, die wir einhalten müssen. Um diese Pfade noch schnell genug beschreiten zu können müssen, wir in unseren Gesellschaften und Wertesystemen Kipp-Punkte, das heißt systemische Veränderungen, auslösen … hier weiterlesen.
Zu diesem Thema wird es bald ein Poster geben.