Die 1,5 °C Grenze wurde in einem Übereinkommen am 12. Dezember 2015 auf der UN-Klimakonferenz in Paris (COP 21) von 195 Staaten und der Europäischen Union festgelegt. Im deutschen Text des Übereinkommens heißt es auf Seite 3, dass unter anderem „…. der Anstieg der durchschnittlichen Erdtemperatur deutlich unter 2 °C über dem vorindustriellen Niveau gehalten wird und Anstrengungen unternommen werden, um den Temperaturanstieg auf 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, da erkannt wurde, dass dies die Risiken und Auswirkungen der Klimaänderungen erheblich verringern würde; …“.
Das Pariser Übereinkommen ist ein verbindlicher internationaler Vertrag. In der deutschen Gesetzgebung wird diesem Übereinkommen im Bundesklimaschutzgesetz von 12.12.2019 Rechnung getragen. Das Gesetz wurde am 18.9.2021 und am 15.7.2024 geändert.
Die 1,5 °C bzw. 2 °C Grenze ist zunächst ein politisch festgelegter Grenzwert. Diese Festlegung dieser Grenzen mag damit zu tun haben, dass die Kosten der durch den Klimawandel verursachten Schäden bei noch höherer Erwärmung nicht mehr bezahlbar sind. Die Grenzwerte bedeuten nicht, dass plötzlich die Welt untergeht, wenn sie überschritten werden. Die Grenzwerte geben der internationalen Politik eine Richtschnur. Trotzdem zählt jedes Zehntel Grad Erderwärmung, das wir vermeiden. Zu den ernsthaften Konsequenzen, die eine Erderwärmung von 1,5°C bzw. 2°C und mehr haben könnten, findet man hier weitere Informationen.
Es ist von durchschnittlicher Erdtemperatur die Rede. Da der Begriff Erdtemperatur schon den örtlichen Durchschnittswert meint, ist davon auszugehen, dass mit durchschnittlicher Erdtemperatur auch ein längerer Zeitraum gemeint ist. Das Pariser Abkommen bezieht sich damit nur auf den „langfristigen Temperaturanstieg“ (Copernicus), so dass wir davon ausgehen können, dass der Grenzwert des Pariser Abkommens überschritten wird, wenn die globale Durchschnittstemperatur über einen längeren Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren mehr als 1,5 °C über dem vorindustriellen Durchschnitt liegt – ein Zeitraum, der üblicherweise zur Definition des Klimas verwendet wird.
Das Pariser Abkommen enthält keine explizite Methode, um zu bestimmen, wann die 1,5 °C-Grenze überschritten werden könnte, und diese Frage ist Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen auf internationaler Ebene. Die beispiellose Häufigkeit, mit der die Erdtemperatur in den letzten Monaten 1,5 °C überschritten hat, zeigt, dass sich die globale Erwärmung den 1,5 °C nähert. In allen zwölf Monaten von Juli 2023 bis Juni 2024 lag die Erderwärmung gegenüber dem Zeitraum von 1850 bis 1900 bei über 1,5 °C.
Die Erderwärmung der 12 Monate Juli 2023 bis Juni 2024 in Zahlen: 1,52 °C, 1,51 °C, 1,74 °C, 1,70 °C, 1,74 °C, 1,78 °C, 1,66 °C, 1,77 °C, 1,68 °C, 1,58 °C, 1,52 °C, 1,50 °C.
Im Copernicus Global Trend Monitor wurde die aktuelle Erwärmung im Juni 2024 (gegenüber dem Zeitraum 1850 bis 1900) mit 1,28 °C angegeben und die statistische Vorausberechnung aus den Daten der jeweils letzten 30 Jahre hat gezeigt, dass die 1,5 °C Grenze im Dezember 2032 erreicht wird (Stand 16.09.2024). Das passiert, wenn sich die Erwärmung mit derselben Geschwindigkeit fortsetzt wie in den vergangenen 30 Jahren. Wahrscheinlich werden wir diesen Punkt etwas eher erreichen, weil die Geschwindigkeit der Erwärmung zunimmt. Diese Berechnung ist keine Prognose, sondern gibt einen Trend aufgrund der vorliegenden Daten der letzten 30 Jahre ab.
Für den Januar 2025 ist die weltweite Durchschnittstemperatur auf 1,75 °C gestiegen. Das Jahr 2024 lag als erstes ganzes Jahr mit einer mittleren Temperatur von 1,6 °C über der 1,5 °C Grenze. Die lineare Extrapolation des Temperaturverlaufes der vergangenen 30 Jahre in die Zukunft übersteigt nun die 1,5 °C Grenze im November 2029. Das ist drei Jahre früher als noch im Juni 2024 berechnet. Die nächste Zeit wird zeigen, ob sich dieser Trend fortsetzt.
Zum verbleibenden CO2 Budget kann man hier etwas finden.